Veröffentlicht am Mi., 22. Apr. 2020 09:46 Uhr

Das von Besuchern mit Blumen liebevoll geschmückte Osterkreuz. Im Hintergrund die Osterkerze zum Entflammen der eigenen Osterkerze zum Mitnehmen.

Pfarrer Frohnert, hier mit einem Gemeindeglied im Foto zu sehen, ist auch in Krisenzeiten für seine Gemeinde präsent und ansprechbar.

„Der aktuellen Krise trotzen, den Gemeindegliedern zeigen, dass wir nicht ‚nur‘ virtuell, per Tablet, PC, per Festnetz- oder Mobiltelefon erreichbar sind.“ Wobei diese digitale Welt mit Ihren vielen, vielen Nutzungsmöglichkeiten in unserer hochtechnisierten Zeit manchmal noch immer wie ein Wunder scheint. „Jetzt erst recht! Wir leben, wir hoffen und wir werden diese ungewöhnliche Situation meistern. Das wäre doch gelacht. Probleme gibt es nicht, nur Herausforderungen.“ Diese und ähnliche wohlmeinende Sätze für manchen auch Allgemeinplätze, haben wir doch alle schon mal gehört. Wir, die ehren- und hauptamtlichen Glieder der Evangelischen Kirchengemeinden Schönefeld und Großziethen mit dem Sprengel natürlich auch. Doch wir ließen uns nicht schrecken und legten los!

Wohin mit all dem geschilderten Tatendrang, mag der ein oder andere beim Lesen dieser Sätze wohl schmunzelnd denken. Es sei ihm gegönnt. Wir waren ebenfalls von dem überrascht, was dann ging.

Von der Idee bis zur kompletten Umsetzung konnten wir mit einem überschaubaren Team  aus ehren- und hauptamtlichen nicht nur sichtbare Zeichen für unsere zum Daheimbleiben angehaltenen Gemeindeglieder setzen. Mit einer spontan organisierten Mitmach-Nähaktion eine Minikollektion von handgearbeiteten Mund- / Nasenabdeckungen, konnten wir mit Hilfe zweier  vor unserer Kirche gespannten Wäscheleinen, Gabentüten und Bastelmaterial für die Kleinen sowie den Aktionen #Hoffnunghamstern, #Steinederhoffnung „Kirche-to go“ ;-) organisieren. Natürlich unter Einhaltung der derzeitig geltenden Coronakrisenbedingungen. Was aber noch schöner war, dank Pfarrer Frohnert und Team, stand die Osterkerze 2020 windgeschützt und hell flammend zur Abgabe Ihres Lichtes an der Kirchentür in Großziethen bereit. Pfarrer Frohnert lud alle Gottesdienstbesucher des Onlingottesdienst  vom Ostersonntag ein, im Anschluss an diesen in Großziethen eine Blume ihrer Wahl – ob aus dem eigenen Garten oder der freien Natur – an das Osterkreuz zu stecken und anschließend ihre persönliche Ostergabe in Empfang zu nehmen.

Hier ein kleiner Ausschnitt aus der Maskenauswahl, die zur Verteilung zur Verfügung stand. Als Zugabe wurde ein Teebeutel oder etwas Süßes hinzugegeben.

In Butterbrottüten oder auch Plastiktüten mit Zippverschluss hygienisch verpackt und mit einer Postkarte mit österlichem Motiv und aufbauendem Psalm auf der Rückseite versehen, wurden die kleinen Ostergaben (Mund-/Nasenabdeckungen) an einer Wäscheleine vor der Kirche aufgehängt und konnten abgepflückt werden.

Wer es lieber handfester mochte, konnte sich mit einem bemalten Hoffnungsstein für daheim versorgen. Gerne wurde auch die Möglichkeit angenommen, diese Steine selbst zu bemalen und auf der Kirchhofmauer für einen geneigten Besucher zum Mitnehmen zu hinterlegen.

Die Menschen kamen und schmückten das Kreuz mit Ihren mitgebrachten Blüten.  Hernach entzündeten sie mit einer vor Ort für jeden Kommenden bereitgestellten Kerze ihr ganz persönliches Hoffnungslicht an der Osterkerze 2020 und trugen es mit neu geschöpfter Kraft und frohem Herzen, bis nach Hause. Auf Zuruf und mit der Situation angemessenem Abstand wurden aufbauende Worte an bekannte und fremde Menschen gesprochen. Während der rund 1,5-stündigen Aktion breitete sich Licht, Hoffnung und echte Herzenswärme unter und in den Besuchern aus.

Mehrwert der geschilderten Aktion war, dass wir weitere dringendst benötigte Mund / Nasenabdeckungen für das Simeonwerk zur Verfügung stellen konnten.

Martina Rückbrod beim Bestaunen der vielen verschiedenen Abdeckungsversionen.

Margret Fuchs, daheim in Ihrem Nähstübchen, beim Nähen von Mund-/Nasenabdeckungen für den guten Zweck.

Unser herzlicher Dank geht an Euch! Euch, die Ihr per Hand oder Maschine genäht, liebevoll gebacken, gemalt, verteilt und organisiert habt. Euch, die daheimbleiben und damit Leben schützen! Ihr habt Hoffnung in die Welt getragen, die nun weitergereicht werden wird.

Ihr seid Menschen, die nicht nur lesen: „Man sieht nur mit dem Herzen gut!“ sondern Ihr lebt danach.

Bleibt gesund und behütet!
Eure CBB

Wir bitten um Verständnis, dass wir aus Platzgründen nur zwei der fleißigen Näherinnen mit Bild zeigen konnten. Neben den fotografisch gezeigten, haben mitgewirkt oder wirken bis zum heutigen Tage mit:

Aus Großziethen:
– Gudrun und Horst Frister
- Elke und Wolfgang Zejewski
- Frau Bentschneider (danke für den Stoff!) und Eva Jurzcyk
- Katharina Burkhard
- Monika Lilienthal
- Lieselotte Schippke und Ehemann
- Sia Wolf

Aus Brusendorf:
- Gudrun Goetze und Marlitt Krehl

Aus Mellensee:
- Kirsten Dähne aus Mellensee

Die Reihenfolge der Genannten erfolgte willkürlich und ist keinesfalls als Wertung zu verstehen. 

* Quellennachweis: Antoine de Saint-Exupéry aus „Der kleine Prinz“

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